Die Analyse von Daten aus Meerwasserproben, die während des 60,000 km langen globalen Segelwettbewerbs „Ocean Race 2022–23“ an verschiedenen Orten gesammelt wurden, hat neue Erkenntnisse zur Verteilung, Konzentration und Quelle von Mikroplastik im Meer geliefert.
Die Größe der in den Proben gefundenen Mikroplastikpartikel variierte zwischen 0.03 und 4.6 Millimeter. Dank verfeinerter Methoden konnten sogar Mikroplastikpartikel von nur 0.03 Millimeter untersucht werden. Die Folge war eine hohe Anzahl an Mikroplastikpartikeln: Im Durchschnitt wurden 4,789 Stück pro Kubikmeter Wasser gefunden.
Die höchste Konzentration (26,334) wurde in der Nähe von Südafrika festgestellt, gefolgt vom Rand des Ärmelkanals in der Nähe von Brest, Frankreich (17,184), dann einem weiteren Punkt in der Nähe von Südafrika (14,976), gefolgt von der Balearensee (14,970) und in der Nordsee vor der Küste Dänemarks (14,457). Somit liegen drei der fünf größten Hotspots der Meeresverschmutzung durch Mikroplastik in Europa. Hohe menschliche Aktivitäten in diesen Regionen führen zu höheren Konzentrationen von Mikroplastik in den Gewässern um Europa, Brasilien und Südafrika. Die Gründe für die beobachteten höheren Konzentrationen im Südpolarmeer sind jedoch unbekannt. Es ist auch nicht klar, ob Mikroplastik vom Südpolarmeer weiter nach Süden in die Antarktis gelangt.
Die Studie ermittelte auch die Art des Kunststoffprodukts, aus dem die Mikroplastikpartikel stammen. Es wurde festgestellt, dass durchschnittlich 71 % der Mikroplastikpartikel in den Proben Mikrofasern aus Materialien wie Polyester waren, die aus Waschmaschinen (über das Abwasser), Trocknern (in die Luft), direktem Ausstoß aus der Kleidung, dem Zerfall von in der Umwelt herumliegenden Textilien und aus weggeworfener Fischereiausrüstung in die Umwelt gelangen.
Diese Studie ist von großer Bedeutung, da sie zum ersten Mal winzige Mikroplastikpartikel von nur 0.03 Millimetern Größe gemessen hat. Außerdem wurden die Ursprungsquellen der Mikroplastikpartikel im Ozean identifiziert.
Mikroplastik ist in vielen Meerestieren nachweisbar, vom Plankton bis zu Walen. Leider gelangt es über die Nahrungskette auch zum Menschen.
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Literaturverzeichnis:
- National Oceanography Centre (UK). Nachrichten – 70 % des Mikroplastiks im Ozean sind in Kleidung, Textilien und Angelausrüstung zu finden – und Europa ist ein Hotspot. Gepostet: 4. Dezember 2024. Verfügbar unter https://noc.ac.uk/news/70-ocean-microplastics-are-type-found-clothes-textiles-fishing-gear-europe-hotspot
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